Konzept

Kontext
Kunst und Musik befassen sich seit Beginn der bürgerlichen Reisebewegung (in Europa um 1820) mit der Wahrnehmung der Natur als Landschaft. Berge, Wälder, Meere, Wüsten und Polargebiete rücken im Zeichen ständig wachsenden Interesses am Erhabenen ins Zentrum. Eine naturreligiöse Sicht auf Landschaft entfaltet sich, die in markanten, rauen und erhabenen Regionen jene geistigen und materialen Resonanzen findet, die sich in Sinfonien, Literatur, Kunst und Film niederschlagen.

150 Jahre später - durch Bilder der Satellitentechnik ausgelöst – wird der blaue Planet als schutzbedürftiger Lebensraum erneut Thema der Kunst. Landart-Künstler (1968-1973) die zur künstlerischen geprägten Renaturierung industriell ausgebeuteter Landschaften engagiert werden, verbinden ökologische Ansätze mit künstlerischen Intentionen. Die Bewegung der Soundscape-Artisten, die im Zeichen einer neoromantischen Sicht Klänge zwischen Musik und Soundart aus Perspektive der Ökologie nutzen, entfalten sich auf dieser Basis.

Erkenntnisse der Klimaentwicklung zeigen, das wachsende Industriegesellschaften und damit verbundene Emissionen, erneut zum Einstellungswechsel auffordern. Maßnahmen in Politik und Möglichkeiten individuellen Handelns werden derzeit diskutiert. Die Kunst kann diese Prozesse begleiten und kommentieren.

Konzept
Klingende Ökologien – die historische und aktuelle Bandbreite des Themas bildet den Schwerpunkt der diesjährigen Ostseebiennale der Klangkunst. Eine Reihe von Phänomenen werden angesprochen, die sich mit Landschaft, Vegetation, Verhaltensformen von Tieren sowie dem Wetter befassen. Szenarien und Gruppen wurden erstellt, die künstlerische Schwerpunkte nach inhaltlichen Aspekten gliedern.

Performance, Installation, Ausstellung und Schülerprojekte sind die Formate, die vor Ort entwickelt und gezeigt werden.

Die dritte Ostseebiennale der Klangkunst widmet sich nach Themen wie Atmosphäre (2004) und Perspektive (2006) nun dem Thema Ökologie (2008).

Christoph Metzger

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